Keramikspritzguss

Funktionalität und Design vereinen – für hochwertige Bauteile

Warum Keramik?
Technische Keramik Ausgangsmaterial & Farbpalette Produktion Nachbearbeitung
Produktdesign
Serienproduktion & Oberflächen Anwendungsbeispiel: Keramikspritzguss für den Automobil-Innenraum Hybrider Ansatz – Rückspritztechnik

Spritzguss ist seit über 70 Jahren die DNA von OECHSLER und hat den Weg geebnet, ein globaler und wegweisender Anbieter zu werden.

Heute bedient OECHSLER ein breites Materialportfolio aus Polymer-, Metall- und Keramikspritzguss. Darunter vereint der Keramikspritzguss (im Folgenden: CIM) die Materialeigenschaften und anwendungsrelevanten Vorteile mit den Fertigungsvorteilen des industrialisierten Spritzgussverfahrens. Er ermöglicht die bahnbrechende Kombination von Funktionalität und Design und führt zu hochwertigen Bauteilen mit exzellenten Materialeigenschaften, herausragender Haptik und einzigartigem optischen Erscheinungsbild. Mit der Einführung von CIM hat OECHSLER einen skalierbaren, vernetzten und automatisierten Produktionsprozess entwickelt und zusätzlich Fertigungssynergien innerhalb des Technologieportfolios durch einen einzigartigen hybriden Ansatz bei der Kombination von Keramik- und Polymerspritzguss geschaffen.

Pulverspritzguss

Komplette Fertigungskette

OECHSLER etablierte 2005 die erste CIM-Produktion auf Basis der Erfahrung im industrialisierten Spritzguss und Werkzeugbau.

Dem One-Stop-Shop-Ansatz folgend baute OECHSLER technische Expertise und Testkapazitäten entlang des gesamten Produktionsprozesses auf und sicherte sich umfangreiche Schutzrechte und Patente, beispielsweise für eine Rückspritztechnik.

Heute wurde die CIM-Produktion zu einer durchgängigen Fertigungslinie in einem eigenen Gebäude am Standort Weißenburg ausgebaut. Angesichts des langfristigen Potenzials im Pulverspritzguss erweitert OECHSLER seine Kompetenzen im Metall-Spritzguss mit dem Start der Serienproduktion im Jahr 2022.

Warum Keramik?

Technische Keramik

Keramik ist einer der ältesten Werkstoffe und hat sich zu einem der fortschrittlichsten technologischen Materialien entwickelt. Sie besteht aus kristallinen Mineralien, die deutlich reiner sind als Porzellan. Mit ihrer Neuentwicklung als technischer Werkstoff in den 1970er-Jahren ebneten ihre hervorragenden Eigenschaften den Weg für Anwendungen in der Automobil-, Chemie- und Medizintechnik sowie im Konsumgüterbereich. Im Vergleich zu anderen Materialien bietet Keramik zahlreiche Vorteile: Sie zeichnet sich durch eine hohe Beständigkeit gegenüber chemischen, mechanischen und thermischen Belastungen aus. Insbesondere ihre Stabilität bei hohen Temperaturen ermöglicht den Einsatz unter anspruchsvollen Bedingungen. Als sehr steifer Werkstoff ist sie zudem unempfindlich gegenüber Verschleiß und Korrosion. Darüber hinaus überzeugt Keramik durch ihre hohe Verschleißfestigkeit sowie durch kratzfeste Oberflächen, die sowohl matt als auch hochglänzend ausgeführt werden können. Dies sorgt für eine hochwertige Haptik, die die Ästhetik jeder Komponente unterstreicht. Die verfahrenstechnischen Vorteile des Spritzgusses ermöglichen zudem eine industrielle Fertigung mit Fokus auf Qualität und Präzision.

Werkstoff

Rohmaterial & Farboptionen

Ein wesentlicher Schritt in der Anwendungsentwicklung ist die Auswahl des richtigen Keramikpulvers. Das Feedstock ist eine homogene Mischung, die hauptsächlich aus Keramikpulver besteht und durch thermoplastische Bindersysteme wie Polymere und Verarbeitungshilfsmittel ergänzt wird.

Als Full-Stack-Fertigungspartner bietet OECHSLER keramische Produkte auf Basis verschiedener Mineralien wie Yttrium-stabilisiertem Zirkonoxid und Aluminiumoxid in unterschiedlichen Modifikationen an. Darüber hinaus stellt OECHSLER verschiedene Qualitäten von Cordierit oder Siliziumnitrid für technische Anwendungen bereit.

Um sämtliche ästhetischen Anforderungen zu erfüllen, hat OECHSLER ein breites Lieferantennetzwerk aufgebaut, das die gesamte Farbpalette abdeckt. Klare, intensive und tiefe Farbtöne ermöglichen dabei eine individuelle Gestaltung.

Produktion

End-to-End Fertigung

OECHSLER führt an seinem hochmodernen Produktionsstandort in Deutschland einen durchgängigen Keramik-Spritzgießprozess (CIM) durch und überführt Kundenideen – von der Entwicklung über den Werkzeugbau und das Spritzgießen bis hin zu weiteren Fertigungstechnologien – in die großskalige Serienproduktion. Aufgrund der Abrasivität keramischer Werkstoffe ist für die erfolgreiche Durchführung des Formgebungsprozesses besondere Expertise erforderlich. Zunächst wird eine Mischung aus keramischem Pulver und thermoplastischen Bindersystemen erhitzt und in Form gebracht. Es entsteht der sogenannte Grünling, der aufgrund seiner Sprödigkeit besonders schonend gehandhabt werden muss. Bereits in diesem Produktionsschritt erhält das Bauteil seine endgültige Geometrie und Oberflächenstruktur.

Anschließend werden Polymere und Prozesshilfsmittel in einem zweistufigen Entbinderungsverfahren entfernt. Zunächst wird das Bauteil mehrere Tage in Alkohol eingelegt, um Wachse herauszulösen. Danach erfolgt eine thermische Behandlung, bei der die polymeren Bestandteile entfernt werden. Zur Erzielung der finalen Materialeigenschaften wird das Produkt anschließend über mehr als 24 Stunden bei Temperaturen von bis zu 1.500 °C gebrannt, was zu einer Schrumpfung von etwa 20 bis 30 Prozent führt. Um keramische Bauteile bei derart hohen Temperaturen erfolgreich zu sintern, sind eine vollständige Prozesskontrolle und -steuerung erforderlich. Bei korrekter Durchführung werden eine homogene Verdichtung und ein gleichmäßiges Schrumpfen erreicht, wodurch das Bauteil seine hohe Festigkeit und Härte erhält.

Produkt­exzellenz gestalten

Nachbearbeitung

Die Nachbearbeitungsprozesse müssen für jede Anwendung individuell ausgelegt werden und umfassen Verfahren wie Flachschleifen, Gleitschleifen (Trowalisieren), Sandstrahlen, CNC-Schleifen und Polieren.

Präzisionsschleifmaschinen erzeugen eine absolut ebene Oberfläche, die anschließend entweder mithilfe eines Sechsachsroboters oder in anderen Poliersystemen weiter poliert wird. Die gesamte Nachbearbeitung kann dabei mehrere Tage in Anspruch nehmen.

OECHSLER hat sich einen Ruf für die Herstellung hochwertiger Bauteile erarbeitet. Maschinelle Messverfahren stellen sicher, dass alle Produkte exakt die vorgegebenen Maße einhalten, und das qualifizierte Team führt eine 100-prozentige Prüfung durch – entweder manuell oder vollautomatisiert.

Produkt design

Serienfertigung & Oberflächenbearbeitung

Keramik-Spritzgießen ist eine hochkomplexe Technologie, die eine mehrstufige Produktion und Nachbearbeitung erfordert. OECHSLER hat auf einer Fläche von 2.100 Quadratmetern einen standardisierten Workflow für die Serienproduktion etabliert, der außergewöhnlich zuverlässig ist und jährlich mehr als 15 Millionen pulverbasierte Bauteile in Automobilqualität herstellt.

In der herkömmlichen Keramikfertigung wird die Oberflächenstruktur in einem nachgelagerten subtraktiven Bearbeitungsschritt erzeugt. Bei OECHSLER hingegen wird die Oberflächenstruktur bereits während des Werkzeugbaus definiert und während des Spritzgießprozesses umgesetzt. Daher ist die Expertise von OECHSLER bei der Festlegung der richtigen Parameter bereits in der Produktentwicklung unverzichtbar – zum Beispiel, um komplexe Formen und Oberflächen auf Serienbasis gleichmäßiger und effizienter zu realisieren.

Fallstudie

Keramik-Spritzgießen für den Fahrzeuginnenraum

Die umfassende Expertise von OECHSLER im Spritzgießen geht seit jeher Hand in Hand mit der erfolgreichen Belieferung der Automobilindustrie mit hochwertigen Komponenten. Für BMW – einen der renommiertesten deutschen Automobilhersteller – hat OECHSLER erfolgreich ein keramisches Interieur-Set für ein luxuriöses Fahrerlebnis entwickelt und produziert, das in den 5er- und 7er-Serien verfügbar ist.

Das keramische Set umfasst den iDrive, ein Bedienelement für das Infotainment-System, einen Wählhebel sowie Klimaregler. Diese Interieur-Komponenten vereinen anspruchsvolles Design mit hochwertiger Haptik und einer kratzfesten Oberfläche.

Hybrider Ansatz

Rückspritzgießen

Durch die Integration des Keramikspritzgusses ermöglicht OECHSLER die einzigartige Kombination aus Polymer- und Pulverspritzguss, die bereits in der Serienproduktion für BMWs Gangwähler und iDrive umgesetzt wird. Für den Gangwähler wird eine Hülle aus grauer Keramik geformt, die über eine speziell gestaltete Oberflächenstruktur für ein transluzentes Label verfügt. Anschließend unterliegt das gesinterte Bauteil einem weiteren Formgebungsprozess – diesmal auf Polymerbasis. Weißes und graues Polymer wird mittels Zweikomponententechnologie eingebracht, bevor das Bauteil unsere Nachbearbeitungs- und Prüfverfahren durchläuft.

Eine der größten Herausforderungen liegt im hybriden Ansatz von Keramik- und Polymerspritzguss bei gleichzeitiger Einhaltung der Qualitätsstandards der Automobilindustrie. Dazu gehören enge Toleranzen im CIM-Prozess, die eine wiederholgenaue Präzision nach dem Sintern sicherstellen, hochpräziser Polymerspritzguss, Sweep-Tests und die Erkennung von Berührungseingaben. Damit solche Innovationen gelingen, sind erweiterte Entwicklungskapazitäten, stabile Serienprozesse in großem Maßstab und dennoch gut ausgebildetes Personal unverzichtbar – sie treiben hybride Ansätze zur Perfektion.

Ergebnis

OECHSLER ist ein Full-Service-Partner für Spritzgießlösungen und verfügt über ein breites Materialportfolio – darunter Polymere, Metalle und Keramiken.

Keramikspritzguss ermöglicht die bahnbrechende Kombination von Design und Funktionalität bei industrieller Skalierbarkeit. So können wir hochkomplexe Geometrien und einen einzigartigen Hybridansatz in der Serienproduktion realisieren.

Vorteile des Keramikspritzgusses auf einen Blick:

  • Hervorragende Haptik und Kratzfestigkeit

  • Hohe Temperaturbeständigkeit

  • Mechanische und chemische Festigkeit

  • Elektrische Isolierung

  • Biokompatibilität

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Ceramic Injection Molding

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