"Diese Analysestärke und Offenheit ist etwas, was, mich mit meinen Kollegen und den Unternehmenswerten von OECHSLER verbindet"

Die 1864 von Matthias OECHSLER gegründete und bis heute in Ansbach/Mittelfranken ansässige OECHSLER AG ist ein führendes Unternehmen der Kunststofftechnik, das weltweit Kunden in den Bereichen Automotive, Healthcare, innovative Technologien und Sportartikel beliefert.

Interview mit Claudius Kozlik, CEO der OECHSLER Gruppe

Claudius Kozlik kam 1998 zu OECHSLER und übernahm sofort die Verantwortung für den damals zweitgrößten Produktionsstandort. Im Jahr 2000 wurde er zum Mitglied der Geschäftsleitung befördert und war seitdem die treibende Kraft bei der Internationalisierung der OECHSLER-Gruppe - zunächst in China im Jahr 2005, dann in Rumänien im Jahr 2007. Im Jahr 2011 wurde Herr Kozlik zum CEO von OECHSLER ernannt. Kurz darauf wurde das Produktionsnetzwerk um weitere Standorte in Mexiko, Deutschland und Vietnam erweitert. Innerhalb der OECHSLER-Gruppe leitet Herr Kozlik die weltweiten Standorte und ist verantwortlich für Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Marketing.

Herr Dr. Kozlik, Sie stehen bereits seit mehr als 20 Jahren an der Spitze von OECHSLER. Was bedeutet es für Sie, ein international agierendes Technologie-Unternehmen zu führen?

In allererster Linie heißt es für mich, Verantwortung für OECHSLER und unsere Mitarbeiter zu übernehmen – für unser Traditionsunternehmen, dem es in den vergangenen 160 Jahren immer wieder gelungen ist, den technologischen Wandel erfolgreich mitzugestalten und seinen Kunden die neuesten Technologien zugänglich zu machen. Meine Verantwortung und Verpflichtung ist es, diese Technologieaffinität und Kompetenz zu fördern und die Grundlagen dafür zu schaffen, dass OECHSLER seinen Wachstumskurs auch in den nächsten Jahrzehnten erfolgreich fortsetzen kann.

Sie sind promovierter Physiker. Inwiefern ist eine solche naturwissenschaftlich geprägte Sicht hilfreich, um ein Technologie-Unternehmen wie OECHSLER zu führen?

Während meines Physik-Studiums und der anschließenden Promotion habe ich gelernt, mich naturwissenschaftlichen Fragestellungen ergebnisoffen und pragmatisch zu stellen. Diese Analysestärke und Offenheit ist etwas, was, mich mit meinen Kollegen und den Unternehmenswerten von OECHSLER verbindet. Dieser Pioniergeist hat uns in unserer über 160-jährigen Geschichte immer wieder ermöglicht, die Bedeutung von technologischen Neuerungen früh zu erkennen und ihren Nutzen für unsere Kunden zu erschließen. Ein ganz aktuelles Beispiel dafür ist die additive Fertigung. OECHSLER hat die Chancen dieser Fertigungstechnologie schon früh erkannt, das Unternehmen industrialisiert und fertigt im 3D-Druck mittlerweile weltweit für namhafte Unternehmen in Serie.

OECHSLER entwickelt und fertigt Produkte für Kunden insbesondere aus der Automobil-, der Healthcare- sowie der Sportartikelindustrie. Wie gelingt es dem Unternehmen, seine Kunden in so unterschiedlichen Branchen mit Produkten und Dienstleistungen in höchster Qualität zu versorgen?

OECHSLER verfügt über eine einzigartige Bandbreite an Fertigungstechnologien. Wir beherrschen den Kunststoff-, den Keramik- und den Metallspritzguss und gehören in der additiven Serienfertigung weltweit zu den führenden Anbietern. Diese Vielfalt ermöglicht es uns, je nach Produkt und Kundenanforderung die passende Fertigungs- und Materialart auszuwählen,die gewünschten Produkte äußerst effizient und innerhalb kürzester Zeit zu entwickeln und in Serie zu produzieren. Unsere internationale Präsenz erlaubt es uns zudem, unsere Kunden überall dort zu beliefern, wo sie sich befinden, sei es in Asien, West- und Osteuropa oder Zentralamerika. Diese Flexibilität verschafft uns in vielen Branchen einen Wettbewerbsvorteil.

Diese Analysestärke und Offenheit ist etwas, was, mich mit meinen Kollegen und den Unternehmenswerten von OECHSLER verbindet. Dieser Pioniergeist hat uns in unserer über 160-jährigen Geschichte immer wieder ermöglicht, die Bedeutung von technologischen Neuerungen früh zu erkennen und ihren Nutzen für unsere Kunden zu erschließen.

Claudius Kozlik
CEO der OECHSLER-Gruppe

Der Klimawandel ist in vollem Gange. Weltweit steigen die Temperaturen, die Naturkatastrophen nehmen zu und das Wasser wird vielerorts knapp. Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf das unternehmerische Handeln von OECHSLER?

Der Klimawandel hat unser unternehmerisches Handeln nachhaltig verändert. Die Höhe der CO²-Emissionen ist für uns mittlerweile eine erfolgskritische Kennzahl. Die Emissionen pro gefertigter Komponente spielen im Wettbewerb um Großaufträge eine immer entscheidendere Rolle. Neben unserer gesellschaftlichen Verantwortung bekommt die Reduktion der Treibhausgase somit auch für unseren unternehmerischen Erfolg eine größere Bedeutung. Deshalb setzen wir weltweit auf den Einsatz erneuerbarer Energien. Wo immer es möglich ist, beziehen wir an allen Standorten nur noch Strom aus regenerativen Quellen. Wo dies nicht möglich ist - wie an den Standorten in China, Vietnam und Mexiko - haben wir in die Errichtung eigener Photovoltaik-Anlagen investiert.

Wir leben in Zeiten des Wandels. Angesichts zahlreicher geopolitischer und makroökonomischer Krisen verändern sich die Rahmenbedingungen für globale Unternehmen in atemberaubendem Tempo. Wie wirkt sich dieser Wandel auf OECHSLER aus?

Wandel ist Teil unserer DNA. Seit der Gründung von OECHSLER im Jahr 1864 haben wir zahlreiche Kriege, Wirtschaftskrisen und technische Revolutionen erlebt, überstanden und vorangetrieben. OECHSLER ist jeweils gestärkt aus solchen Umbruchphasen hervorgegangen. Unsere Technologieoffenheit und unsere Stärke, uns schnell auf neue Marktbedingungen einzustellen, haben uns sicherlich dabei geholfen. Anders als damals sind wir mittlerweile allerdings viel internationaler aufgestellt. Wir verfügen über Fabriken in China, Vietnam, Mexiko, Rumänien und Deutschland und sind deshalb voraussichtlich weniger anfällig für Krisen aller Art. Falls unsere Geschäfte wie zum Beispiel im vergangenen Jahr durch die Corona-Pandemie in Asien etwas schwächeln, können wir das meist durch Zuwächse in anderen Regionen zumindest teilweise ausgleichen.

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